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Kunstkreis Calw e.V.
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Calw Nüchterner Kursaal wird zu Sinne anregendem Atelier

Schwarzwälder-Bote, 17.03.2015 17:54 Uhr

Kunstmarkt 2015

Am Stand von Antje Schürner entstanden beim Kunstmarkt gedruckte Ostergrüße.
Foto: Tröger

Von Jeanette Tröger

Calw-Hirsau.
Großer Besucherandrang herrschte an beiden Tagen beim Frühjahrs-Kunstmarkt im Kursaal in Hirsau. Die farbenfroh und liebevoll gestalteten Stände der durchweg weiblichen Aussteller verwandelten den nüchternen Kursaal in ein die Sinne anregendes Atelier.

Hochwertiges Kunsthandwerk und fantasievolle künstlerische Objekte aus allen nur denkbaren Materialien luden das Publikum zur Entdeckungsreise ein. Textilien, Holz, Papier, Ton – die Künstlerinnen zeigten, was sich allein daraus herstellen lässt und wie vielseitig sich diese einfachen Grundstoffe verwandeln, veredeln und verzieren lassen. Wohlfühlmode aus Naturmaterialien in ausgefallenem Schnitt zum Beispiel, Seidenschals mit Wollfilz verziert, Babykleidung, Kuschelpüppchen und wärmende Dinkeltiere. Oder Portemonnaies sowie Taschen in vielfältigem Stoff- und Farbmix stehen für den textilen Bereich.

Silvia Kinkel bot pädagogisch sinnvolles und handschmeichlerisch gestaltetes Holzspielzeug an, das ihre ganze Familie zusammen entwickelt. Gebrauchskeramik, dezent verziert und in Blau- und Naturfarben gehalten wechselt sich ab mit filigran bemalten Hühner-, Wachtel- oder Enteneiern. Kunstvoll gefertigter Trendschmuck eignet sich als Geschenk und mit den täuschend echten floristischen Gestecken lässt sich das Wohnumfeld dekorieren. Aquarellmalerei und Grußkarten mit Fotomotiven gehörten zum Papiersegment ebenso wie kunstvoll gestanzte und geformte Behältnisse für Süßigkeiten.

"Wir wollen auch Abwechslung bieten, deshalb sind bei jedem unserer Kunstmärkte immer auch neue Aussteller dabei", erläuterte Renate Frey, die Vorsitzende des Veranstalters Kunstkreis Calw. "Außerdem halten sich Mitglieder und Nichtmitglieder hier in Hirsau die Waage".

Neu dabei war die Buchdruckerin und Schriftsetzerin Antje Schürner aus Altburg, der es alte Schriften angetan haben. An ihrem Stand roch es nach Druckerfarbe, denn hier konnte man selbst Hand anlegen. Sie setzte die Vorlage aus Lettern, färbte diese ein, und mit einem kräftigen Zug an der Walze entstand ein gedruckter Ostergruß.

Ebenfalls zum ersten Mal dabei war Marie Schwenger aus Leonberg, die stilisierte, an Giacometti erinnernde Figuren aus Draht, Alufolie, Styropor, Pappe, Gipsstein herstellt, die mit mehreren Farbschichten und spezieller Bearbeitung ein antikes Aussehen bekommen. Mit Bootslack überzogen sind sie auch für den Außenbereich geeignet. Aurelia Fischer aus Neuhengstett veredelt Tontöpfe und -kugeln mit Mosaik aus handelsüblichen Fliesen und schafft so einzigartige Dekoelemente.

"Wir waren überrascht über den großen Zuspruch", zog Renate Frey auch im Namen der Künstlerinnen ein positives Fazit des zweitägigen Marktes. Da alle Exponate auch zum Verkauf angeboten wurden, wechselten viele davon den Besitzer. Bei einem Mittagsimbiss oder Kaffee und Kuchen ließen sich die Eindrücke verarbeiten oder konnte eine Kaufentscheidung noch reifen.